Wenn eine 1-Sterne Rezension den Verkauf ankurbelt

MacKenzie Bezos hat es getan: Sie hat der Biografie über ihren Mann, den Amazon Gründer Jeff Bezos eine vernichtende 1-Sterne Rezension verpasst.

Sie kritisiert Ungenauigkeiten, weil der Autor - ein Journalist, der für die Recherche über 300 Personen aus dem Umfeld von Jeff Bezos befragt hatte, z.B. schreibt, dass Jeff Bezos inspiriert durch den Roman „Was vom Tage übrigblieb“ von Kazuo Ishiguro beschlossen habe, Amazon zu gründen. In Wirklichkeit hätte Bezos das Ishiguro-Buch aber erst ein Jahr nach der Amazon-Gründung gelesen.
Sie stört sich auch daran, dass der Autor oft schreibt " Bezos wolle" oder "Bezos glaube", ohne jedoch wissen zu können, was Bezos wollen oder glauben würde.
So schlecht allerdings kann die Recherche nicht gewesen sein, denn dem Autor ist es gelungen, den leiblichen Vater des Amazon Gründers ausfindig zu machen. Jeff Bezos wurde als Kind adoptiert. Der Vater hatte keine Ahnung davon, dass sein Sohn Mr. Amazon ist.

Jetzt kann man darüber nachdenken, was MacKenzie Bezos mit der Rezension im Sinn hatte. Dem Verkaufserfolg des Buches hat ihre Rezension nicht geschadet - im Gegenteil!
Und eine 1-Sterne Rezension ist vermutlich in diesem Fall sehr viel medienwirksamer als eine 5-Sterne Rezension es gewesen wäre.
Nun kann man ihr nicht unterstellen, dass sie den Buchabsatz mit ihrer eigentlich ja vernichtenden Kritik ankurbeln wollte, vielleicht wollte sie auch einfach nur Tatsachen gerade rücken.

Ein anderes Beispiel für eine positive Neagtivrezension liefert Bushido:
Für das neue Album von Kay One gibt er eine 1-Sterne Rezension und sorgt damit für Stimmung und Medienrummel = Verkaufserfolg.

Und noch jemand schafft es aus negativ positiv zu machen:
Boris Becker ist in jedes noch so versteckt aufgestellte Fettnäpfchen getrampelt, um seine Biografie zu vermarkten.
Je mehr negative Kritik in den Medien ( und den Rezensionen) zu lesen war, desto höhere Sprünge hat der Verkaufsrang gemacht.
Jetzt ist es etwas ruhiger um seine Biografie geworden - das könnte sich vielleicht ändern, wenn eine der im Buch erwähnten Ex-Partnerinnen sich zu einer Rezension hinreißen lässt.
Dann lebt der Rummel wieder auf und die Kasse klingelt.

Und so gibt es manchmal eben für negative Rezensionen doch ein Happy-End!