Erfahrungen mit Neobooks – eine Chaostruppe im Einsatz!

Nach nun zwei Versuchen ein eBook über Neobooks einzustellen, bin ich erneut sprachlos über die Unprofessionalität, die diese Chaostruppe an den Tag legt.
Ich hatte ja hier bereits geschrieben, dass ich Amazon als Distributionskanal nicht ausschließen kann, weil bei mir die Möglichkeit gar nicht erst angezeigt wird.
Nun hat der Support 3 Tage nachgedacht und kam dann heute mit der überraschenden - und völlig blödsinnigen - Erklärung:
Wenn Sie 9,49 eingeben würden, ginge es. Derzeit sind sie bei einem Preis von 9,99EUR bei Amazon direkt schlechter gestellt und verdienen dort nur 35%.

Die Info, dass ich bei Amazon mit 9,99 Euro schlechter gestellt wäre, ist schlicht und einfach falsch.
Bei Amazon muss man 3% ( Mehrwertsteuer Luxemburg) zum Einstellpreis hinzurechnen.
Stelle ich bei Amazon also ein Buch zum Preis von 9,70 Euro ein, kostet es im Verkauf - und diesen Preis muss ich bei Neobooks angeben, 9,99 Euro.
Und bei 9,70 Euro erhalte ich von Amazon 70% und nicht wie von Neobooks behauptet nur 35%.

Denn sie wissen nicht, was sie tun
Diese Chaostruppe dort bei Neobooks scheint also noch immer völlig ahnungslos im Dunkeln zu tappen.
Versuch 2 ist für mich damit endgültig gescheitert.

Neobooks – ein zweiter Versuch und wieder gescheitert


Schon im März 2013 habe ich über meine ersten Erfahrungen mit Neobooks berichtet, die leider nicht besonders positiv waren.
Nun hat sich der eBook Markt weiterentwickelt und so wollte ich es erneut bei Neobooks versuchen und bin wieder gescheitert, bevor ich mein Buch überhaupt einstellen konnte.
Der Reihe nach: Neobooks bietet seit Juli 2013 an, dass Autoren Amazon als Vertriebskanal ausschließen können. Diese Option hat mir gefallen, denn so kann ich mein Buch selbst bei Amazon einstellen und von den höheren Tantiemen profitieren, während ich über Neobooks die anderen Händler beliefern kann. So dachte ich jedenfalls.
Schon beim Upload habe ich keine Möglichkeit entdecken können, Amazon als Vertriebspartner abzuwählen.
Nun habe ich zunächst gedacht, dass ich etwas übersehen habe und habe gesucht und gesucht - und nichts gefunden. Also musste ich den Support bemühen. Die Antwort kam schnell & prompt:
Wenn der Verkaufspreis zwischen 2,99 und 9,99EUR liegt, dann öffnet sich die Auswahl, in der Sie die Händler bestimmen können.
Nur öffnet sich bei mir gar nichts.
Aus Erfahrung weiß ich, dass Neobooks einen möglicherweise veralteten Browser dafür verantwortlich macht und schreibe den Support erneut an, mit dem Hinweis, dass ich den neuesten Firefox Browser nutze.
Firefox ist der am meisten genutzte Browser im Netz - der Upload sollte also damit uneingeschränkt funktionieren.
Wieder kommt die Antwort schnell:
wählen Sie bitte in Schritt 2 Zusatzangaben/Verkauf den Verkaufspreis zwischen 2,99 und 9,99EUR aus.
Dann erscheint unterhalb des Vertriebsvertrags die Frage, ob Ihr Werk bereits bei anderen Händlern lieferbar ist. Dies beantworten Sie mit JA und dann kommt die Händlerauswahl.

Nun sieht man ja manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, aber so sehr ich auch auf dieses Fenster starre, es ändert sich nicht. Da ist keine Möglichkeit, Amazon auszuschließen.
Zum Beweis hier ein Screenshot:

neobooks

Hier scheitere ich also zum ersten Mal.
Die nächste Hürde müsste ich bei Dateiupload überwinden. Die Datei, die Amazon problemlos übernommen hat, wird bei Neobooks völlig zerschossen und müsste händisch nachbearbeitet werden.
Dazu fehlt mir die Lust.

Heute nun lese ich auch noch im KDP Forum, dass Neobooks bei einem Autor erstens selbstständig die Kategorien geändert hat, so dass ein Erotikbuch bei einigen Händlern sogar unter Kinderbüchern gelistet war - ein absolutes NO-GO! - aber nicht nur das: bei Sony wurde auch ein falscher Preis übermittelt, so dass es hier Probleme mit der Buchpreisbindung geben könnte.

Mir ist es nach wie vor rätselhaft, dass Neobooks - als Ableger eines namhaften Verlages - offensichtlich noch immer nicht in der Lage ist, eine professionelle Abwicklung zu garantieren.

Damit ist nun also auch mein zweiter Neobooks Versuch gescheitert.
Als Alternative gibt es nach wie vor nicht viele in Frage kommende Anbieter. Bei Xinxii müsste ich für die interessanten Plattformen eine eigene ISBN mitbringen und das kommt für mich nicht in Frage, oder ich versuche es einmal mit feyr.com. Das wäre dann der nächste Versuch, mein Buch abseits von Amazon zu platzieren.

Alternativen zu Amazon KDP: Meine Erfahrungen mit Neobooks


Eigentlich ist Neobooks keine Alternative zu Amazon KDP, aber mir ist bewusst, dass eine Abhängigkeit von Amazon gefährlich werden kann und so wollte ich nach Alternativen suchen, um neben Amazon meine Bücher auch auf anderen Plattformen anzubieten.
Die erste Wahl fiel auf Neobooks.
Neobooks hat mir gefallen, weil sie eine kostenlose ISBN zur Verfügung stellen und die Bücher an die wichtigsten Händler – wie z.B. Apple iTunes, Thalia, Weltbild und andere ausliefern. Hinter Neobooks steht der Verlag Droemer Knaur und damit hatte Neobooks bei mir einen Vertrauensvorschuss.
Man kann Neobooks nutzen, um sich dort dem Wettbewerb zu stellen, oder um sein Werk über Neobooks an andere Händler ausliefern zu lassen. Der Wettbewerb interessiert mich nicht – mir ging es ausschließlich um die Auslieferung an Amazon und Apple.
Testen wollte ich Neobooks mit einer 0,99 Euro Kurzgeschichte, bei der ich sogar mehr Provision bekommen hätte, als bei Amazon direkt, nämlich 0,39 Euro statt 0,34 Euro, doch dazu ist es gar nicht gekommen.
Zugegeben, ich hatte vermutlich einen schlechten Termin gewählt, um mein Werk hochzuladen – den 26.12.2012.
Aber von Amazon verwöhnt, achte ich natürlich nicht auf Feiertage.
Als nach 5 Tagen keine Veränderung im Status erkennbar war, habe ich Neobooks angeschrieben und nachgefragt, wann ich mit einer Auslieferung rechnen könnte.
Die Antwort kam recht schnell und recht unprofessionell.
Angesprochen wurde ich als „Herr“ und in der Mail wurde ich recht zackig darüber aufgeklärt, dass im Forum nachzulesen war, dass neue Werke erst wieder ab dem 02. Januar ausgeliefert werden.
Das ist für einen Autor, der nur Amazon kennt, erst einmal eine Umstellung, aber durchaus nachvollziehbar. Ungewöhnlich ist sicher, dass ich diese Infos nur im Forum nachlesen kann – eine Forennutzung also offensichtlich vorausgesetzt wird.
Geduld gehört nicht zu meinen Stärken und Neobooks hat meine Grenze ziemlich ausgereizt, denn bis zum 10. Januar tat sich gar nichts.
Dann wurde es haarsträubend, denn am 10. Januar wurde ich aufgefordert, einen meiner beiden? Accounts zu löschen. Ich hatte jedoch nur einen Account und der zweite Account, von dem die Rede war, gehört einem anderen Nutzer, der bereits bei Neobooks publiziert hatte. Ein Nutzer, von dem man also auch die Daten hatte und der mit mir rein gar nichts zu tun hat. Wir tragen weder den gleichen Nachnamen, noch gibt es andere Überschneidungen, die dafür sprechen, dass sich hinter diesen beiden Accounts die gleiche Person versteckt.
Also musste ich wieder eine Mail an Neobooks schreiben und versichern, dass ich nur einen Account besitze.
Wieder gingen einige Tage ins Land.
Dann kam die nächste Mail mit dem Hinweis, dass das Werk von mir erneut bearbeitet und hochgeladen werden muss, da die Formatierung nicht korrekt sei.
In der Zwischenzeit waren fast drei Wochen vergangen und ich wollte das Risiko nicht eingehen, weitere drei Wochen zu warten, bis mein Buch dann endlich ausgeliefert wird. Also habe ich es direkt bei Amazon eingestellt und 24 Stunden später war es – ohne Änderungen in der Formatierung – online.

Der zweite Versuch

Nun hatte ich von anderen gehört, dass es bei Neobooks nach den Feiertagen einen Datenstau gegeben hatte und wollte Neobooks eine zweite Chance geben.
Mittlerweile schreibe ich unter mehreren Pseudonymen und so sollte das nächste Buch bei Neobooks landen.
Dieses Pseudonym hat für das Impressum eine andere eMailadresse, als die bei Neobooks hinterlegte eMailadresse und nun musste ich feststellen, dass es unmöglich ist, eine andere eMailadresse im Impressum unterzubringen, als die, unter der man bei Neobooks angemeldet ist.
Also habe ich wieder eine Mail an Neobooks geschrieben und erfahren, dass die eMailadresse nur von Neobooks geändert werden kann. Würde ich also bei Neobooks unter mehreren Pseudonymen veröffentlichen wollen, wird es schwierig. Bei Amazon gibt es da absolut keine Probleme.
Auch das Backend lässt sehr zu wünschen übrig. Ich muss Schritt-für-Schritt vorgehen, um mein Buch einzustellen. Jeder Autor handhabt das sicher anders. Manche wollen erst das Cover hochladen, um zu sehen, wie es aussieht, andere wollen zunächst den Text prüfen – bei Neobooks ist das unmöglich. Es ist zwingend erforderlich, erst einmal die Seite „Über den Autor“ – diesen Text habe ich als Amazon Autor gar nicht sofort parat – auszufüllen, bevor man dann zum nächsten Schritt kommt.
Auch das zeigt, wie unflexibel Neobooks im Vergleich zu Amazon ist.

Fazit
Ich hätte es gerne probiert, aber Neobooks ist unflexibel, unorganisiert und weit von der professionellen Amazonabwicklung entfernt.
Auch wenn ich ungern von Amazon abhängig bin – Neobooks ist für mich keine Alternative.

Update:
Sechs Monate später - der zweite Versuch und auch er ist gescheitert!