Chatgeschichten – Erotische Träume zu zweit: Interview mit der Autorin A. D. Kranich

Ich finde es immer wieder spannend, von anderen Autoren zu lesen, wie ihre Geschichten entstehen, wie sie am liebsten arbeiten, was sie antreibt und wie sie sich motivieren.
Heute freue ich mich über das Interview mit den Autorin A. D. Kranich, die erotische Geschichten schreibt und uns einen Einblick in ihre Autorenwelt gewährt:

Steckbrief der Autorin (kurze Vorstellung)
Ich lebe und arbeite in einem kleinen Dorf nahe der Elbmündung. Schreiben gehörte schon früh zu meinen großen Leidenschaften - genau wie Bücher. Ich kann mich stundenlang in Buchläden und Bibliotheken aufhalten und bedaure immer wieder, dass nicht mehr Zeit zum Lesen und Schreiben verbleibt. Nach meinem Studium der Rechtswissenschaften, Spezialisierung auf Kriminologie, Zusatzsemester in forensischer Psychologie und Rechtsmedizin beschloss ich irgendwann, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und mich ganz dem Schreiben zu widmen. Angefangen mit Fachliteratur kamen dann quasi als Entspannung auch kritische, humorvolle und belletristische Texte hinzu.

Bisher erschienene Bücher
Ich habe bislang in erster Linie als Ghostwriterin gearbeitet und gebe natürlich die Bücher nicht bekannt, die ich in diesem Zusammenhang verfasst habe. Unter meinem Namen sind bisher die vier Bände der "Chatgeschichten - Erotische Träume zu zweit" erschienen.

Kaffeekatsch oder Kreuzverhör

Woher nehmen Sie Ihre Motivation zum Schreiben? Was treibt Sie an?
Es gibt einfach so viele Ideen, die sich in meinem Kopf wimmeln und die einfach raus wollen. Wenn man dann das Feedback liest oder hört, treibt das natürlich zum Weiterschreiben an.

Wie entstehen die Ideen zu Ihren Büchern?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal entsteht durch einen Werbespot eine Idee. Auch lustige Begebenheiten oder Ungerechtigkeiten verleiten mich dazu, diese in Texten aufzuarbeiten. Manchmal entstehen die Ideen auch während Gesprächen, Plaudereien, einem "Schnack übern Gartenzaun". Irgendwann beim Schreiben machen sich die Protagonisten dann "selbständig" und fangen an, ihr Leben zu leben; entwickeln ein Eigenleben. Ich muss dann nur noch schauen, dass ich mit dem Schreiben nachkomme.

Gibt es Gemeinsamkeiten oder Unterschiede zwischen Ihren bereits erschienen und folgenden Büchern?
Da es sich um eine fortlaufende Geschichte handelt, gibt es natürlich viele Gemeinsamkeiten. Weitere Bücher, die bereits im Entstehen sind, werden sich von diesen vier Bänden unterscheiden. Ich denke nicht, dass es noch einen fünften Band geben wird. Reizen würde mich natürlich noch, die Kim-und-Gabriel-Welt ins hohe Alter zu verlegen. Durch Zufall enden beide Jahrzehnte später in derselben Seniorenresidenz. Sex und Liebe im Alter... natürlich gepaart mit einer gehörigen Portion Humor und Nachdenklichem.

In welchen Genre sind sie zu Hause?
Ich lasse mich nicht in eine Schublade zwängen. Ich bin in verschiedenen Genre unterwegs, wobei das Spektrum von Erotik über Belletristik, kritische Abhandlungen und Fachliteratur bis hin zu satirisch-ironische Arbeiten - gelegentlich auch mal ein Gedicht - reicht. Dies machte auch meine Suche nach einem geeigneten Verlag nicht so ganz einfach, da sich auch meine Bücher nicht unbedingt immer nur einem Bereich zuordnen lassen.

Wann können Sie am besten Schreiben? Tageszeit, in welcher Umgebung, usw.
Nachts. Ganz eindeutig nachts. Alles schläft, es ist himmlisch ruhig und geradezu friedlich. Ich kann meine Gedankengänge fortführen, ohne durch Telefon, Besuche und Fragen unterbrochen zu werden. Während man andere Arbeiten bei Unterbrechungen zur Seite legen und nach der Unterbrechung wieder problemlos weitermachen kann. ist das beim Schreiben anders. Oft ist der Gedanke weg, der Gedankengang unterbrochen. Es kann dann eine Weile dauern, bis man wieder "drin" ist und weiterschreiben kann.
Ich brauche zum Schreiben meine gewohnte Umgebung - oder das Meer/Wasser. Den Wellen bei frischer Brise zuzuschauen bringt oft gute Ideen und macht den Kopf frei. Beim Schreiben zu Hause muss ich dann aus dem Fenster in die Ferne schauen können, ohne störende Häuser über Wiesen, Felder - und natürlich ohne störende Berge - der große Vorteil hier bei uns an der Küste.
Wenn ich für einen Text in eine besondere Stimmung kommen will, dann höre ich Musik - natürlich je nach verlangter Stimmung die eine oder andere Richtung.

Warum sollten die Leser ausgerechnet Ihr Buch lesen?
Ganz einfach: weil mein Buch anders ist. Anders als in den üblichen Erotikbüchern geht es eben nicht um "Hochleistungssport", darum, möglichst oft mit möglichst vielen Partnern Sex zu haben. Hier geht es darum, dass Sex Spaß machen soll, phantasiereich und mit viel Vertrauen probieren die Protagonisten aus, was ihnen Spaß macht, ohne Tabus kann alles angesprochen und ausprobiert werden. Abwechslungsreicher Sex kann durchaus auch mit "nur" einem Partner ausgelebt werden. Ich wollte ein Buch schreiben, das man sich (auch) gegenseitig vorlesen kann, anregend, erregend und bisweilen auch zum Nachdenken anregend - und natürlich zum Schmunzeln. Schließlich soll Sex (und das Lesen) ja Spaß machen.

Was sind Ihre Lieblingsbücher? Was mögen sie absolut gar nicht?
Puhh, schwer zu sagen. Ich liebe Bücher allgemein. Ich habe alle Bände von John Grisham, finde die Geschichten von Jules Verne erstaunlich und bewundere die Fantasie der Autorin von Harry Potter. In meinen Bücherregalen finden sich Werke von Agatha Christie ebenso wie kritische Auseinandersetzungen mit Themen der Zeit. Naja, und jede Menge Fachliteratur. Was ich weniger mag sind typische Liebesromane, wobei es aber auch hier wieder Ausnahmen gibt.

Mit welchem Ihrer Protagonisten würden Sie gerne mal einen Kaffee trinken gehen?
Ganz klar mit Kim - jung, spritzig mit viel Humor, Phantasie und Köpfchen.

Was war ihr lustigster Fehler in Ihren Büchern? Vielleicht den Satz hier aufschreiben oder das Wort.
Das Schöne an meinen Erotik-Büchern ist ja, dass ich eingeschlichene Fehler nicht unbedingt korrigiere, sondern es dem Gegenüber überlasse, diese Fehler aufzugreifen und zu kommentieren. Wenn ich mich verschreibe und Kim dem Gabriel dann statt "Luft" plötzlich "Lust" zufächert, dann bietet sich das doch geradezu an, es stehen zu lassen. Während des Studiums habe ich in den Semesterferien in einem Restaurant gearbeitet und dort auch immer die Speisenkarten geschrieben. Als ich dann versehentlich statt Rotkohl "Rotzkohl" schrieb, konnte das natürlich nicht stehenbleiben. Nur blöd, dass es noch in der Zeit der Schreibmaschine war und so musste ich die komplette Seite neu schreiben. Da ist es doch heute viel, viel einfacher....

Ihr Lieblingsspruch/Motto/Lebensweisheit
Lebe im hier und jetzt, aber mit Blick auf die Zukunft. Scheue dich nicht, auch im fortgeschrittenen Leben etwas Neues zu beginnen. Jenseits der Vierziger sollte nicht aus falschen "Sicherheitserwägungen" einfach "wie gewohnt" weitergemacht werden, auch wenn man längst eingesehen hat, dass es noch mehr gibt. Seid mutig (aber auch verantwortungsvoll) und lebt. Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ihre Chance! Was wollten Sie dem Leser schon immer mal mitteilen?
Hier fallen mir ganz spontan Rezensionen und Bewertungen ein: Feedback ist immer wichtig und nützlich: für den potenziellen Leser, aber auch für den Autor. Dabei sind natürlich kritische Anmerkungen ebenso willkommen wie Lob, es hilft dabei, sich zu verbessern und spornt an. Daher finde ich es immer unfair, wenn jemand ein Buch "zerreißt", nur weil es nicht dem Geschmack des Lesers entspricht (von anderen Motivationen möchte ich hier erst gar nicht sprechen). Es finden sich dann Sätze wie: "Ich habe mich bis zum Schluss quälen müssen" oder ähnliches. Wenn mir ein Buch nicht gefällt, weil es einfach nicht mein Ding ist, dann lese ich es doch nicht weiter. Deshalb das Buch als "mies" zu bezeichnen oder den Autoren selbst jedes Talent abzusprechen oder gar zu beleidigen ist hier unangebracht. Warum kauft sich jemand einen Liebesroman, wenn er doch genau weiß, dass er nur Thriller mag?

Ich danke für dieses interessante Interview und wünsche der Autorin auch für die Zukunft ganz viel Erfolg!

Hier geht es zu den bisher erschienenen Büchern der Autorin: