Alternativen zu Amazon KDP: Meine Erfahrungen mit Neobooks


Eigentlich ist Neobooks keine Alternative zu Amazon KDP, aber mir ist bewusst, dass eine Abhängigkeit von Amazon gefährlich werden kann und so wollte ich nach Alternativen suchen, um neben Amazon meine Bücher auch auf anderen Plattformen anzubieten.
Die erste Wahl fiel auf Neobooks.
Neobooks hat mir gefallen, weil sie eine kostenlose ISBN zur Verfügung stellen und die Bücher an die wichtigsten Händler – wie z.B. Apple iTunes, Thalia, Weltbild und andere ausliefern. Hinter Neobooks steht der Verlag Droemer Knaur und damit hatte Neobooks bei mir einen Vertrauensvorschuss.
Man kann Neobooks nutzen, um sich dort dem Wettbewerb zu stellen, oder um sein Werk über Neobooks an andere Händler ausliefern zu lassen. Der Wettbewerb interessiert mich nicht – mir ging es ausschließlich um die Auslieferung an Amazon und Apple.
Testen wollte ich Neobooks mit einer 0,99 Euro Kurzgeschichte, bei der ich sogar mehr Provision bekommen hätte, als bei Amazon direkt, nämlich 0,39 Euro statt 0,34 Euro, doch dazu ist es gar nicht gekommen.
Zugegeben, ich hatte vermutlich einen schlechten Termin gewählt, um mein Werk hochzuladen – den 26.12.2012.
Aber von Amazon verwöhnt, achte ich natürlich nicht auf Feiertage.
Als nach 5 Tagen keine Veränderung im Status erkennbar war, habe ich Neobooks angeschrieben und nachgefragt, wann ich mit einer Auslieferung rechnen könnte.
Die Antwort kam recht schnell und recht unprofessionell.
Angesprochen wurde ich als „Herr“ und in der Mail wurde ich recht zackig darüber aufgeklärt, dass im Forum nachzulesen war, dass neue Werke erst wieder ab dem 02. Januar ausgeliefert werden.
Das ist für einen Autor, der nur Amazon kennt, erst einmal eine Umstellung, aber durchaus nachvollziehbar. Ungewöhnlich ist sicher, dass ich diese Infos nur im Forum nachlesen kann – eine Forennutzung also offensichtlich vorausgesetzt wird.
Geduld gehört nicht zu meinen Stärken und Neobooks hat meine Grenze ziemlich ausgereizt, denn bis zum 10. Januar tat sich gar nichts.
Dann wurde es haarsträubend, denn am 10. Januar wurde ich aufgefordert, einen meiner beiden? Accounts zu löschen. Ich hatte jedoch nur einen Account und der zweite Account, von dem die Rede war, gehört einem anderen Nutzer, der bereits bei Neobooks publiziert hatte. Ein Nutzer, von dem man also auch die Daten hatte und der mit mir rein gar nichts zu tun hat. Wir tragen weder den gleichen Nachnamen, noch gibt es andere Überschneidungen, die dafür sprechen, dass sich hinter diesen beiden Accounts die gleiche Person versteckt.
Also musste ich wieder eine Mail an Neobooks schreiben und versichern, dass ich nur einen Account besitze.
Wieder gingen einige Tage ins Land.
Dann kam die nächste Mail mit dem Hinweis, dass das Werk von mir erneut bearbeitet und hochgeladen werden muss, da die Formatierung nicht korrekt sei.
In der Zwischenzeit waren fast drei Wochen vergangen und ich wollte das Risiko nicht eingehen, weitere drei Wochen zu warten, bis mein Buch dann endlich ausgeliefert wird. Also habe ich es direkt bei Amazon eingestellt und 24 Stunden später war es – ohne Änderungen in der Formatierung – online.

Der zweite Versuch

Nun hatte ich von anderen gehört, dass es bei Neobooks nach den Feiertagen einen Datenstau gegeben hatte und wollte Neobooks eine zweite Chance geben.
Mittlerweile schreibe ich unter mehreren Pseudonymen und so sollte das nächste Buch bei Neobooks landen.
Dieses Pseudonym hat für das Impressum eine andere eMailadresse, als die bei Neobooks hinterlegte eMailadresse und nun musste ich feststellen, dass es unmöglich ist, eine andere eMailadresse im Impressum unterzubringen, als die, unter der man bei Neobooks angemeldet ist.
Also habe ich wieder eine Mail an Neobooks geschrieben und erfahren, dass die eMailadresse nur von Neobooks geändert werden kann. Würde ich also bei Neobooks unter mehreren Pseudonymen veröffentlichen wollen, wird es schwierig. Bei Amazon gibt es da absolut keine Probleme.
Auch das Backend lässt sehr zu wünschen übrig. Ich muss Schritt-für-Schritt vorgehen, um mein Buch einzustellen. Jeder Autor handhabt das sicher anders. Manche wollen erst das Cover hochladen, um zu sehen, wie es aussieht, andere wollen zunächst den Text prüfen – bei Neobooks ist das unmöglich. Es ist zwingend erforderlich, erst einmal die Seite „Über den Autor“ – diesen Text habe ich als Amazon Autor gar nicht sofort parat – auszufüllen, bevor man dann zum nächsten Schritt kommt.
Auch das zeigt, wie unflexibel Neobooks im Vergleich zu Amazon ist.

Fazit
Ich hätte es gerne probiert, aber Neobooks ist unflexibel, unorganisiert und weit von der professionellen Amazonabwicklung entfernt.
Auch wenn ich ungern von Amazon abhängig bin – Neobooks ist für mich keine Alternative.

Update:
Sechs Monate später - der zweite Versuch und auch er ist gescheitert!

One comment on “Alternativen zu Amazon KDP: Meine Erfahrungen mit Neobooks

  1. Pingback: Neobooks – ein zweiter Versuch und wieder gescheitertMarcella Montreux | Marcella Montreux

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